Schneeschuhtour Eigertrail

vom 20. Januar 2026

Tourenleiter: Bruno Knobel

Teilnehmende: Beatrice Bucher, Jost Bucher, Urs Hupfer, Ingrid Hasler, Rolf Hasler, Katharina Kamer,  Ingrid Knobel, Walter Knobel, Carla Schwinnen, Beatrice Stutz, Paul Stutz.

Der Name dieser Tour hat im Vorfeld einiges an Verwirrung ausgelöst: der Eigertrail ist eine Wanderung in den Flanken der Verlängerung der Eigernordwand. Dieser Trail ist im Winter nicht offen. Ungeschickterweise wird die ausgeschilderte Schneeschuh – Tour von Holenstein bis Brandegg in Schweiz Mobil auch mit Eigertrail bezeichnet!

Der Tag wird sonnig, wolkenlos, Temperatur am frühen Morgen um der Gefrierpunkt: ideale Bedingungen für eine Schneeschuhtour in leichtem Gelände, eine Tour ideal für den Saisonstart!

Nach dem Startkaffee im Bistro des Terminals in Grindelwald – wir wurden freundlicherweise nicht gefragt, ob wir dieses Gebäude auch schön finden – verschwinden wir hinter dem Gatter für die Billetkontrolle und werden in wenigen Minuten bis zur Zwischenstation Holenstein auf den Weg zum Männlichen hoch gebracht.

Wir stehen im Schatten des dominanten Eigers, die Sonne kann sich in diesen Wintertagen noch zu wenig hoch gen Zenit erheben. Handschuhe und Mütze! Das GPS vermeldet 1621 Meter über dem Meeresspiegel. Heute morgen will sich niemand aus der Gruppe Gedanken machen, ob die angegebene Höhe auch stimmt; wir vertrauen unserer Landeskarte: dass die Italiener und die Deutschen ihre Höhenangaben um ca. 30 Zentimeter geringer angeben, als Schweizer und Franzosen, hat mit den unterschiedlichen Referenzsystemen zu tun. Man kann ja während einer Tour seinen Gedanken nachgehen! Und: die Differenz macht lediglich zwei Schritte aus.

Dankbar über das verbliebene bisschen Schnee marschieren wir in gemächlichem Tempo auf der Route 139, zuerst in südlicher Richtung in den Hängen zwischen Lauberhorn und Grindelwald, immer die Eigernordwand direkt vor uns, dann nach etwa einer Stunden folgt der Trail mehr in östlicher Richtung, nun ist das Schreckhorn richtungsgebend.

Die Kulisse ist einzigartig schön: dadurch, dass die Sonne hinter der Eigernordwand versteckt bleibt, kommen die Kontur des berühmten Berges und die Textur der Wand so richtig gut zum Vorschein. Und das bringt uns denn auch zum Nachdenken über die nicht mehr vorhandenen drei Schneefelder, über eine abgemagerte Spinne – das arme Tier muss wohl Monate keine Nahrung mehr  zu sich bekommen haben! Jetzt im Winterkleid sind unsere geliebten Berge noch gut eingepackt; nur: Christo hätte es konsequenter getan! Und was, wenn die Sonne und die höheren Temperaturen den wenigen Schnee zum Schmelzen bringt?

Nach etwas mehr als zwei Stunden sind wir überraschend schnell in Brandegg, unserem vorgesehenen Ziehl. Wie soll es mit dem angebrochenen Tag noch weitergehen? Über drei Varianten wird abgestimmt: entweder mit der Zahnradbahn ins Tal hinunter, mit den Schneeschuhen hinuntermarschieren; mit der Zahnradbahn hoch auf die Kleine Scheidegg und noch zwei Stunden an der Sonne sitzen. Die sportliche Variante gewinnt.

Nach einem Imbiss im Bergrestaurant Brandegg ziehen wir erneut unsere Schneeschuhe an und wählen den geschlossenen Schlittelweg. Allerdings hört der bald auf – wir finden leicht gutes Gelände in tief verschneiten Hängen – ja, hier hat die Sonne seit Monaten nicht mehr hingemocht!

Das Timing ist perfekt für eine Tour in der Kälte, im Schatten des Eigers: die letzten fünf Minuten unseres Weges kurz vor unserem Ziel treten wir in die blendende Sonne: Raureif umgibt uns – magisch!

Wir zwölf Teilnehmer hatten etwa neun Kilometer Distanz bei etwa 150 Meter aufwärts und knapp 800 Meter Gefälle absolviert – die bessere Wortwahl wäre: uns lustvoll zu Gemüte geführt.

Carla hat uns als Kandidatin für die Seniorengruppe begleitet – ich vermute, dass wir sie bald häufig als sportliche, sympathische Teilnehmerin antreffen werden; ich wünsche Dir Carla viele tolle Stunden im SAC Homberg!

Laufen, 21. Januar 2026 Bruno Knobel, Tourenleiter

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